ESG nach dem Omnibus-Vorschlag: Regulierung, Marktkräfte und Klimarisiken

October 2, 2025
7
min. Lesezeit
None of the above
Explore Coolset's top features and use cases.

Disclaimer: New EUDR developments - December 2025

In November 2025, the European Parliament and Council backed key changes to the EU Deforestation Regulation (EUDR), including a 12‑month enforcement delay and simplified obligations based on company size and supply chain role.

Key changes proposed:

  • New enforcement timeline: 30 December 2026 for large/medium operators, 30 June 2027 for small/micro operators
  • Simplified DDS: One-time declarations for small and micro primary producers
  • Narrowed scope: Most downstream actors and non‑SME traders would no longer need to submit DDSs
  • New DDS requirement: Estimated annual quantity of regulated products must be included

These updates are not yet legally binding. A final text will be confirmed through trilogue negotiations and formal publication in the EU’s Official Journal. Until then, the current EUDR regulation and deadlines remain in force.

We continue to monitor developments and will update all guidance as the final law is adopted.

Wesentliche Erkenntnisse
  • Der Omnibus-Vorschlag reduziert die Pflichtberichterstattung, doch Marktdynamik, Investorenerwartungen und Lieferkettenanforderungen treiben strukturierte Nachhaltigkeitsberichte weiterhin voran.
  • Klimarisiken und Stakeholderdruck machen ESG-Reporting auch für Unternehmen außerhalb der CSRD-Pflicht wettbewerbsrelevant.
  • Coolset unterstützt Unternehmen bei CSRD, VSME und Lieferkettenrahmen in einer Plattform.

Nachhaltigkeitsberichterstattung befindet sich 2025 in einer neuen Phase. Was einst als reine Compliance-Übung galt, wird zunehmend zum entscheidenden Faktor für Unternehmensresilienz und Wettbewerbsfähigkeit. Veränderungen im regulatorischen Umfeld, wachsende Markterwartungen und die finanzielle Realität von Klimarisiken zwingen Unternehmen – insbesondere im europäischen Mittelstand – dazu, ihren Umgang mit ESG-Informationen grundlegend zu überdenken.

Während die EU den Anwendungsbereich von Regelwerken wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) diskutiert, haben Investoren, Kunden und Versicherer die Anforderungen bereits erhöht. Gleichzeitig zeigt die Wissenschaft, dass planetare Grenzen überschritten werden – ein klares Signal für Unternehmen, jetzt zu handeln.

Dieser Artikel basiert auf Erkenntnissen aus einem gemeinsamen Webinar von Coolset und Forvis Mazars, das Technologie- und Beratungsperspektiven vereint. Er bietet einen strukturierten Überblick über die drei Kräfte, die ESG-Reporting heute prägen – Regulierung, Märkte und Klimarisiken – und was diese für Unternehmen bedeuten, die langfristige Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln.

Der regulatorische Druck: neue Regeln, veränderte Erwartungen

Das regulatorische Umfeld für Nachhaltigkeitsberichterstattung weitet sich 2025 aus und wandelt sich zugleich. Die CSRD ist offiziell in Kraft und verpflichtet zehntausende europäische Unternehmen erstmals zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Gleichzeitig übernehmen viele Länder außerhalb der EU den Rahmen des International Sustainability Standards Board (ISSB) – ein Zeichen für eine globale Bewegung hin zu einheitlichen Standards.

Der Omnibus-Vorschlag und seine Auswirkungen auf europäische Unternehmen

Die europäischen Gesetzgeber haben den Omnibus-Vorschlag eingebracht, der die ESG-Berichtspflichten überarbeiten soll. Bei Annahme würden die Änderungen:

  • Den Anwendungsbereich der CSRD einschränken und mehr als 90 % der ursprünglich erfassten Unternehmen – darunter viele mittelständische Betriebe – ausschließen.
  • Die erste Berichtspflicht für einige Unternehmen bis 2028 verschieben und damit eine Art Übergangsentlastung schaffen.
  • Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) vereinfachen und die Anzahl der erforderlichen Datenpunkte um etwa zwei Drittel reduzieren.

Auf der anderen Seite des Atlantiks verzögert die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) ihre Klimaberichtspflicht infolge politischer und rechtlicher Auseinandersetzungen – was den Eindruck einer globalen Regulierungspause verstärkt.

__wf_reserved_inherit

Unternehmen warten nicht auf Regulierung

Trotz dieser Verschiebungen handeln Unternehmen. Die PwC Global Sustainability Reporting Survey 2025 zeigt ein geteiltes Bild:

  • Mehr als 60 % der Unternehmen berichten von gestiegenen Investitionen in Ressourcen und Führungszeit für Nachhaltigkeitsberichterstattung im vergangenen Jahr. Nur eine kleine Minderheit hat Ressourcen reduziert.
  • Zwei Drittel der Unternehmen geben an, dass ihre Berichterstattung über die reine Compliance hinaus Mehrwert geschaffen hat – teils erheblich.
  • 28 % berichten von erheblichem Mehrwert, doch das eigentlich Bemerkenswerte ist: Nur 5 % gaben an, keinerlei Nutzen gezogen zu haben – ein Beleg dafür, wie weit verbreitet die Vorteile sind.
  • Mehr als 50 % der Befragten gaben an, dass der Druck zur Bereitstellung von Nachhaltigkeitsdaten seit 2024 gestiegen ist – trotz regulatorischer Verzögerungen.
  • Unter den frühen CSRD-Berichterstattern reichte eine klare Mehrheit Berichte freiwillig ein – auch in Ländern, in denen die CSRD noch nicht in nationales Recht umgesetzt worden war – was starke Stakeholder- und Markterwartungen widerspiegelt.

Diese Beständigkeit spiegelt eine breitere Erkenntnis wider: Regulierung setzt den Mindeststandard, ist aber nicht der einzige Treiber. Wer auf Kurs bleibt, bereitet sich auf künftige Verschärfungen vor und vermeidet Reputationsrisiken durch Nicht-Einhaltung. Die Prüfung von ESG-Daten – zunächst in begrenztem Umfang – wird bereits erwartet, und wer frühzeitig in Berichtskapazitäten investiert, ist gerüstet, wenn strengere Standards kommen.

Worauf Unternehmen jetzt den Fokus legen sollten

Auch bei sich verschiebenden Zeitplänen ist die regulatorische Richtung klar: Offenlegungspflichten werden strenger und umfassender. Unternehmen sollten Priorität setzen auf:

  • Den Aufbau verlässlicher Datensysteme, die einer externen Prüfung standhalten.
  • Die Integration von ESG-Prozessen in Governance und Finanzwesen – statt sie als Nebenprojekte zu behandeln.
  • Die Vorbereitung auf kommende Regulierungen jenseits der CSRD, wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und digitale Produktpässe, die Transparenz entlang der gesamten Lieferkette erfordern werden.

Regulierung hat ESG-Berichterstattung bereits von einer Nischenpraxis zu einer unternehmerischen Kernverantwortung gemacht. Die klügsten Unternehmen betrachten Compliance als Mindestanforderung und nutzen Berichterstattung als Werkzeug, um Resilienz, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit aufzubauen.

Marktkräfte: Stakeholder treiben ESG-Transparenz voran

Während Regulierung das Fundament bildet, ist der Marktdruck oft der stärkere Treiber hinter Nachhaltigkeitsberichterstattung. Investoren, Kreditgeber, Kunden und Mitarbeitende erwarten zunehmend verlässliche ESG-Informationen als Grundlage ihrer Entscheidungen – und diese Nachfrage wächst weiter.

Wachsender Stakeholder-Druck

Wie die oben genannten Umfrageergebnisse zeigen, widmen die meisten Unternehmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung bereits mehr Ressourcen und Führungsaufmerksamkeit – und die Mehrheit findet darin echten Geschäftswert. Dieser Wandel geht über Compliance hinaus. Er zeigt, dass Stakeholder Nachhaltigkeitsdaten heute als Teil der regulären Geschäftsinformationen erwarten.

Investoren nutzen ESG-Performance als Indikator für langfristige Resilienz, Kunden integrieren sie in Lieferantenkriterien, und Mitarbeitende bewerten Arbeitgeber zunehmend danach. Die in der Umfrage sichtbare Dynamik prägt auch die Marktnachfrage und macht Transparenz zur Grunderwartung statt zum Differenzierungsmerkmal.

__wf_reserved_inherit

Investoren und Kapitalmärkte

Institutionelle Investoren und Banken behandeln ESG-Kennzahlen heute als Teil des finanziellen Risikomanagements. Nahezu 80 % der globalen Investoren berücksichtigen Umwelt- und Klimadaten bei ihren Anlageentscheidungen. Unternehmen mit glaubwürdiger Berichterstattung erhalten leichter Zugang zu Kapital – mitunter zu günstigeren Konditionen. Wer das nicht bieten kann, riskiert höhere Finanzierungskosten oder weniger Möglichkeiten.

Lieferketten und Beschaffung

Große Unternehmen stellen ihren Lieferanten ESG-Anforderungen – und der Druck nimmt zu. Große multinationale Einkäufer verlangen von Lieferanten häufig die Offenlegung von Nachhaltigkeitsdaten, um für Verträge in Frage zu kommen.

In breiteren Märkten haben inzwischen nahezu alle S&P-500-Unternehmen (98,6 %) im Jahr 2023 ESG-Berichte veröffentlicht – gegenüber lediglich 20 % vor einem Jahrzehnt. Diese Zahl verdeutlicht, wie Investorenerwartungen die nichtfinanzielle Berichterstattung zur Standardpraxis gemacht haben.

Mit Blick auf die Zukunft zeigt eine Bain & Company Studie von 2025, dass bis 2028 die Hälfte der B2B-Einkäufer plant, Lieferanten zu wechseln, die keine Nachhaltigkeitskriterien erfüllen können. Bereits heute verlagern 49 % der Geschäftseinkäufer ihre Ausgaben hin zu nachhaltigeren Partnern und weg von Unternehmen mit schwacher ESG-Performance.

Für mittelständische Unternehmen bedeuten diese Trends: Die Bereitstellung glaubwürdiger ESG-Daten – zu CO2-Fußabdrücken, Arbeitspraktiken oder Lieferkettenrisiken – wird zur Voraussetzung für Geschäftsbeziehungen. Wer nicht mithalten kann, riskiert Aufträge zu verlieren – selbst wenn technische Compliance-Schwellen erfüllt sind.

Verbraucher und Mitarbeitende

Auch gesellschaftliche Erwartungen spielen eine Rolle. Rund 80 % der Verbraucher sind weiterhin besorgt über Nachhaltigkeitsfragen und bevorzugen verantwortungsvolle Marken. Mitarbeitende – insbesondere junge Talente – werden von Unternehmen mit klaren ESG-Verpflichtungen angezogen und sehen diese als sicherere langfristige Arbeitgeber.

Geschäftswert jenseits von Compliance

Unternehmen, die ESG-Berichterstattung aktiv angehen, entdecken operative und strategische Vorteile. Die Erhebung von Nachhaltigkeitsdaten deckt häufig Ineffizienzen auf, stärkt die Resilienz der Lieferkette und fördert Produktinnovationen. Transparenz schafft Vertrauen und kann neue Märkte erschließen.

Wachsende Investitionen in Kapazitäten

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, skalieren Unternehmen ihre Kapazitäten:

  • 66 % haben 2025 Ressourcen und Führungsfokus auf Nachhaltigkeitsberichterstattung erhöht.
  • Spezialisierte Rollen wie Chief Sustainability Officer sind auf dem Vormarsch.
  • Die Technologieadoption beschleunigt sich: ESG-Datenplattformen, Carbon-Accounting-Tools und Disclosure-Management-Systeme ersetzen Tabellenkalkulationen. Der KI-Einsatz in der Berichterstattung hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und erreicht 28 %.

Marktkräfte machen ESG-Berichterstattung unverzichtbar. Mittelständische Unternehmen, die Transparenz als Chance und nicht nur als Pflicht begreifen, erhalten Zugang zu Kapital, gewinnen Lieferkettenverträge und stärken das Vertrauen ihrer Stakeholder.

Klimabezogene Risiken: Die Wissenschaft wird konkret

Wenn Regulierung das Fundament bildet und Märkte die Adoption beschleunigen, dann definiert das Klimarisiko die Dringlichkeit. Klimawandel ist kein abstraktes Umweltthema mehr – er ist ein direktes Geschäftsrisiko, das Vorstandsentscheidungen und Finanzberichte prägt.

Der Gesundheitscheck des Planeten

Im Jahr 2025 berichtete das Planetary Boundaries Science Lab am Potsdam-Institut, dass 7 der 9 kritischen Erdsystemgrenzen überschritten wurden – zuvor waren es sechs. Der Klimawandel gehört zu den überschrittenen Grenzen, ebenso wie die Integrität der Biosphäre und die Süßwassernutzung – alle mit verschlechternden Trends. Mehr als drei Viertel der lebenswichtigen Erdsysteme stehen unter akutem Druck. Die Botschaft ist klar: Unternehmen können klimabezogene Risiken nicht als ferne Bedrohung behandeln – sie sind bereits Realität und nehmen zu.

__wf_reserved_inherit

Finanzielle und operative Auswirkungen

Für Unternehmen schlagen sich Klimarisiken direkt in Finanzberichten nieder. Physische Klimaauswirkungen – Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen – haben die Landwirtschaft geschädigt, Lieferketten gestört und Infrastruktur in ganz Europa lahmgelegt. Weltweit wurden die wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen in der ersten Jahreshälfte 2025 auf 162 Milliarden US-Dollar geschätzt – ein steigender Trend. Versicherer erhöhen Prämien oder ziehen sich aus Hochrisikogebieten zurück, während Banken Klimaszenarien in ihre Kreditentscheidungen einbeziehen. Wer Klimarisiken ignoriert, zahlt mit höheren Betriebskosten, höheren Finanzierungskosten und größerer Verwundbarkeit.

In den Niederlanden sind klimabezogene Auswirkungen und Kosten bereits materiell. Die niederländische Industrie verursacht laut einer Studie, die externe Kosten von Emissionen monetarisiert hat, jährlich rund 7 Milliarden Euro an Klima- und Gesundheitsschäden (Luftverschmutzung, Gesundheitseffekte usw.).

Darüber hinaus ist der niederländische Finanzsektor selbst exponiert: In einer aktuellen technischen Bewertung stellte der IWF im Rahmen des Netherlands: Financial Sector Assessment fest, dass das niederländische Bankensystem sowohl physischen Überschwemmungsrisiken als auch Transitionsrisiken ausgesetzt ist – insbesondere bei Krediten an Unternehmen in emissionsintensiven Sektoren.

Diese nationalen Beispiele zeigen: Klimarisiken sind keine ferne Bedrohung. Sie wirken sich bereits auf Betriebskosten, Reputationsrisiken und finanzielle Exponierung von Unternehmen in den Niederlanden aus.

Transitionsrisiken

Physische Risiken sind nur ein Teil des Bildes. Transitionsrisiken – regulatorische Änderungen, CO2-Bepreisung, technologische Disruption und veränderte Verbraucherpräferenzen – können ebenso disruptiv sein. Unternehmen ohne glaubwürdige Transitionspläne riskieren gestrandete Vermögenswerte und schrumpfende Märkte. Deshalb legen ESG-Berichtsrahmen wie die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und der ISSB-Standard IFRS S2 großen Wert auf Transitionsplanung. Investoren erwarten heute Zwischenziele für Netto-Null, Aufsicht auf Vorstandsebene und transparente Governance von Klimarisiken.

Wie der Klimawandel ESG-Berichterstattung antreibt

Klimarisiken sind zu einem zentralen Thema in der ESG-Berichterstattung geworden, weil sie direkt auf die Unternehmensresilienz einzahlen. CO2-Fußabdrücke zu messen ist nicht nur eine Compliance-Frage – es geht darum, die langfristige Lebensfähigkeit zu verstehen. Wie Johan Rockström vom Potsdam-Institut es formulierte, treibt die Menschheit „über die Grenzen eines sicheren Handlungsraums hinaus und erhöht das Risiko, den Planeten zu destabilisieren.

See Coolset in action
Explore Coolset's top features and use cases.
Demo wird nicht unterstützt
auf mobilen Bildschirmen
Bitte kommen Sie auf einem größeren Bildschirm zurück
um diese Demo zu erleben.
This is a preview window. Click below to see the demo in a larger view.
See product tour
See product tour
See product tour
See product tour
See product tour
See product tour

↘ Instantly calculate your CBAM cost impact

Use the free calculator to estimate your Carbon Border Adjustment Mechanism costs for any imported goods. Select your product type, volume and country of origin to see projected CBAM charges and understand how upcoming EU rules will shape your import costs and savings through 2034.

↘ Check if your documentation meets PPWR requirements

This free compliance checker scans your packaging documentation and maps it against mandatory PPWR data requirements, giving you a clear view of your compliance status. Get actionable insights on documentation gaps before they become compliance issues.

Rewatch our 'sustainability 2.0' webinar now

Hosted together with Forvis Mazars

Das leading Plattform für Nachhaltigkeitsmanagement für mittelständische Enterprises