Nachhaltiger Einkauf: Ein Leitfaden

October 25, 2024
5
min. Lesezeit
GHG Scope 1-3 emissions
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Disclaimer: New EUDR developments - December 2025

In November 2025, the European Parliament and Council backed key changes to the EU Deforestation Regulation (EUDR), including a 12‑month enforcement delay and simplified obligations based on company size and supply chain role.

Key changes proposed:

  • New enforcement timeline: 30 December 2026 for large/medium operators, 30 June 2027 for small/micro operators
  • Simplified DDS: One-time declarations for small and micro primary producers
  • Narrowed scope: Most downstream actors and non‑SME traders would no longer need to submit DDSs
  • New DDS requirement: Estimated annual quantity of regulated products must be included

These updates are not yet legally binding. A final text will be confirmed through trilogue negotiations and formal publication in the EU’s Official Journal. Until then, the current EUDR regulation and deadlines remain in force.

We continue to monitor developments and will update all guidance as the final law is adopted.

Unternehmen richten ihren Fokus zunehmend auf die Reduzierung von Scope 3-Emissionen, die 88 % der gesamten Unternehmensemissionen ausmachen. Ein branchenweites Problem besteht darin, dass Scope 3-Emissionen besonders schwer zu steuern sind, da sie außerhalb der direkten Geschäftstätigkeit eines Unternehmens entstehen und die gesamte Wertschöpfungskette von vor- bis nachgelagerten Aktivitäten umfassen.

Organisationen stehen vor erheblichen Hürden bei der Bewältigung von Scope 3-Emissionen, die auf Probleme wie mangelnde Datenqualität und -verfügbarkeit, unterschiedliche Offenlegungsstandards und die begrenzte Integration von Emissionsdaten in zentrale Geschäftsprozesse zurückzuführen sind. Das Fehlen hochwertiger Primärdaten von Lieferkettenpartnern, insbesondere kleinerer Unternehmen, erschwert eine genaue Messung und Berichterstattung.

Hinzu kommt, dass eine Vielzahl sich schnell weiterentwickelnder Offenlegungsstandards die Lage verkompliziert und Fachwissen sowie ständige Aktualisierungen erfordert, um mit den neuesten Erkenntnissen der Klimawissenschaft und den regulatorischen Anforderungen Schritt zu halten.

Die Integration von Scope 3-Emissionen in die Unternehmensstrategie ist für die Dekarbonisierung unerlässlich, doch Unternehmen agieren oft zu langsam, weil es an unternehmensweitem Bewusstsein und strategischer Vision mangelt. Beschaffungsentscheidungen berücksichtigen selten Emissionskriterien, obwohl sie das Potenzial haben, echten Wandel voranzutreiben.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, haben wir diesen Leitfaden erstellt, der sechs umsetzbare Empfehlungen enthält, die dir helfen, die Scope 3-Emissionen deines Unternehmens noch heute zu reduzieren.

Mit welchen Lieferanten solltest du zusammenarbeiten?

Unternehmen wird empfohlen, sich mindestens auf Tier-1-Lieferanten zu konzentrieren, also die direkten Lieferanten. Als Faustregel gilt, dass die Top 80 % dieser Lieferanten erfasst werden sollten, entweder nach monetärem Wert oder nach Emissionsvolumen.

Durch die Priorisierung dieser Lieferanten können Unternehmen ihre Bemühungen dort bündeln, wo sie den größten Einfluss haben. Unternehmen können eine detaillierte Analyse durchführen, um diese Schlüssellieferanten zu identifizieren, indem sie entweder die finanziellen Transaktionen mit ihnen bewerten oder die mit ihren Produkten und Dienstleistungen verbundenen Emissionen schätzen.

Dieser fokussierte Ansatz ermöglicht es Unternehmen, Ressourcen effizient einzusetzen und mit diesen wichtigen Lieferanten zusammenzuarbeiten, um Emissionsreduktionsstrategien umzusetzen, wie etwa die Optimierung des Energieverbrauchs, den Wechsel zu erneuerbaren Energiequellen oder die Neugestaltung von Produkten und Prozessen für mehr Effizienz.

Indem Unternehmen mit Tier-1-Lieferanten beginnen und sich auf jene konzentrieren, die den Großteil der Ausgaben oder Emissionen ausmachen, können sie ihren gesamten CO2-Fußabdruck spürbar reduzieren und eine Grundlage für tiefergehende Dekarbonisierungsbemühungen in der gesamten Lieferkette schaffen.

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Die sechs Lösungsansätze

1. Weiterbildung

Die Weiterbildung von Mitarbeitenden ist entscheidend für das effektive Management von Scope 3-Emissionen. Unternehmensführung und Teams müssen die Komplexität ihrer Umweltauswirkungen verstehen, um auf nachhaltigere Praktiken hinzusteuern.

Zu diesem Zweck sollten Unternehmen gezielte Schulungsprogramme anbieten, die von Online-Modulen zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks bis hin zu fortgeschrittenen Strategien zur Emissionsreduzierung reichen können.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise ein Online-Portal einrichten, über das Lieferanten durch interaktive Kurse und praxisnahe Fallstudien mehr über Energieeffizienz und nachhaltige Materialbeschaffung erfahren.

2. Nachhaltige Beschaffungsrichtlinie

Eine nachhaltige Beschaffungsrichtlinie ist unerlässlich, um den Umgang eines Unternehmens mit Scope 3-Emissionen zu steuern. Eine solche Richtlinie sollte das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens klar formulieren und spezifische Auswahlkriterien für Lieferanten festlegen, die ökologische Verantwortung priorisieren.

Dazu gehört die Auswahl von Lieferanten mit geringerem CO2-Fußabdruck und solchen, die aktiv energieeffiziente Technologien einsetzen.

Eine wichtige Kennzahl ist dabei die Emissionsintensität der Lieferanten, die berechnet wird, indem die gesamten Scope 1-, 2- und 3-Emissionen durch den Umsatz geteilt werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen Lieferanten auswählen, die sich zu niedrigen Emissionsintensitäten verpflichtet haben oder diese bereits erreicht haben.

3. Produktlebenszyklusanalysen

Lebenszyklusanalysen (LCAs) sind ein unverzichtbares Instrument zur Erfassung des vollständigen Umweltfußabdrucks von Produkten, von der Rohstoffgewinnung bis zum Ende der Lebensdauer. Durch die Analyse jeder Phase, beginnend mit der Rohstoffgewinnung über die Herstellung und Nutzung bis hin zur Entsorgung oder dem Recycling, liefern LCAs eine ganzheitliche Sicht auf den Umweltfußabdruck eines Produkts.

Diese tiefgehenden Erkenntnisse sind für Nachhaltigkeitsteams von zentraler Bedeutung. Ein Unternehmen könnte beispielsweise LCA-Software nutzen, um die Umweltauswirkungen der Beschaffung von Rohstoffen wie Aluminium im Vergleich zu recyceltem Aluminium zu vergleichen, wobei Faktoren wie Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch und Energieverbrauch berücksichtigt werden.

LCAs können auch als Anforderung für Tier-1-Lieferanten eingesetzt werden, um zu ermitteln, welche Optionen am nachhaltigsten sind. Noch besser: LCAs können in Carbon-Accounting-Software integriert werden, um hochgenaue Einblicke in den gesamten CO2-Fußabdruck von LCA-bewerteten Produkten zu liefern.

Durch die Integration von LCA-Erkenntnissen können Unternehmen Lieferanten bevorzugen, die Produkte für Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit gestalten und den Einsatz gefährlicher Stoffe aktiv minimieren.

4. Transparenz in der Lieferkette

Die Verbesserung der Transparenz in der Lieferkette ist eine strategische Notwendigkeit, die es einem Unternehmen ermöglicht, ein umfassendes Verständnis der Herkunft seiner Produkte und der Umweltpraktiken seiner Lieferanten zu gewinnen. Die Erreichung dieses Transparenzniveaus erfordert einen systematischen Ansatz zur Erhebung und Analyse von Daten darüber, wie und wo Produkte hergestellt werden, welche Materialien verwendet werden, unter welchen Arbeitsbedingungen sie produziert werden und welche Umweltpolitik jeder Lieferant verfolgt.

Zur Veranschaulichung: Unternehmen könnten Blockchain-Technologie einsetzen, um Rohstoffe von ihrer Quelle zurückzuverfolgen und sicherzustellen, dass jede Komponente eines Produkts Nachhaltigkeitsstandards entspricht. Sie könnten auch Selbstbewertungsfragebögen für Tier-1-Lieferanten mit Fokus auf Umweltpraktiken einführen, die detaillierte Einblicke in den CO2-Fußabdruck der Herstellungsprozesse liefern würden.

Ein klarer Überblick darüber, bei welchen Lieferanten dein Unternehmen einkauft, ermöglicht es dir außerdem, verbesserte Wettbewerbsanalysen durchzuführen. Welche Alternativen gibt es, sind sie nachhaltiger und wie realistisch ist ein solcher Wechsel?

5. Überwachung von Reduktionszielen

Die regelmäßige Überwachung und Berichterstattung von Scope 3-Emissionen sind entscheidende Bestandteile einer effektiven Dekarbonisierungsstrategie für die Lieferkette. Mithilfe von Carbon-Accounting-Software können Unternehmen Emissionsdaten verfolgen und analysieren und so genaue und zeitnahe Einblicke in ihre Umweltauswirkungen sicherstellen. Diese systematische Nachverfolgung ermöglicht es Unternehmen, Bereiche zu identifizieren, in denen Emissionen reduziert werden können, und die Wirksamkeit ihrer Nachhaltigkeitsinitiativen zu bewerten.

Um dies zu unterstützen, sollten Unternehmen klare und messbare Reduktionsziele festlegen, die mit wissenschaftlichen Empfehlungen übereinstimmen, wie etwa jenen der Science Based Targets initiative. Diese Ziele sollten nicht nur ambitioniert, sondern auch realistisch sein und dabei das aktuelle Emissionsprofil des Unternehmens sowie das Reduktionspotenzial im Branchenkontext berücksichtigen.

6. Verpflichtende CO2-Berichterstattung

Die verpflichtende CO2-Berichterstattung von Lieferanten stellt einen Wandel hin zu mehr Verantwortlichkeit und Transparenz in den Bemühungen eines Unternehmens dar, Emissionen zu erfassen und zu reduzieren. Indem Unternehmen die Offenlegung von CO2-Daten zur Voraussetzung für alle Lieferanten machen, können sie einen einheitlichen Standard für die Klimaberichterstattung sicherstellen und ein Umfeld fördern, in dem Dekarbonisierung zu einem zentralen Pfeiler des Geschäftsbetriebs in allen Branchen wird. Diese Anforderung signalisiert Lieferanten die entscheidende Bedeutung ökologischer Verantwortung, unabhängig von der vertraglichen Grundlage ihrer Beziehung zum Unternehmen.

Fazit

Es ist klar, dass die Bewältigung von Scope 3-Emissionen nicht nur vorteilhaft, sondern für zukunftsorientierte Unternehmen notwendig ist. Indem Unternehmen Transparenz, Nachhaltigkeit und Effizienz von der Spitze der Lieferkette abwärts priorisieren, können sie ihren Umweltfußabdruck erheblich reduzieren.

Die Einbindung von Tier-1-Lieferanten und der Fokus auf die wirkungsstärksten 80 % nach Emissionen oder finanziellem Wert unterstreichen den praxisorientierten Ansatz zur Nachhaltigkeit. Wenn ein Unternehmen die Logistik optimiert, um Emissionen zu reduzieren, oder eine nachhaltige Beschaffungsrichtlinie einführt, die Lieferanten mit erneuerbaren Energien bevorzugt, ist das sowohl für die Rentabilität als auch für Scope 3 von Vorteil.

Die verpflichtende CO2-Berichterstattung stärkt dieses Engagement auf breiter Basis und setzt einen neuen Standard in der ökologischen Verantwortung. Bereit, deine Beschaffungseinblicke zu vertiefen? Sieh Coolset unten in Aktion oder kontaktiere einen unserer Produktexperten für eine persönliche Einführung.

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